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Zakynthos III

Ab in den Norden

Wow, was ist das für ein geiler Tag heute. Zwar etwas windig aber dafür wolkenfrei und Sonnenschein pur. Nachdem wir gestern wieder den ganzen Tag nichts gemacht haben – ausser kurz unsere Wäsche zu waschen und zu Essen (logisch) – wollen wir heute nochmals die Insel unsicher machen, schliesslich geht es morgen schon weiter.

 

Schnell den Hunger besänftigen und jetzt ab ins Auto, wir wollen noch den Norden erkunden und für eine Bootstour zum Schiffswrack und den blauen Höhlen schauen. Die Tour wird durch einen ersten Teil der Spende von Hansrudolf & Christine Feller finanziert, vielen herzlichen Dank euch beiden.

 

Nach einer gemütlichen Fahrstunde durch die hügelig, blumige Landschaft von Zakynthos, vorbei an funkelndem türkisblauem Wasser, parkieren wir am Hafen von Agios Nikolaos. Eine kleine malerische Bucht mit Tavernen, welche direkt am Wasser liegen. Überall hängt die Werbung von Boots Touren, aber wir haben erst einmal Lust etwas zu trinken. Vom Kellner lassen wir uns nach kurzer Nachfrage dann gleich telefonisch zwei Plätze im nächsten Boot reservieren, welches in 30 Minuten los geht und man sogar bezahlen kann. Perfekt.

 

Shipwreck

Nach der Erfrischung geht es mit ein paar anderen, hauptsächlich asiatischen Touristen, aufs Boot. Der Kahn ist völlig in Ordnung, gut in Schuss und bietet mehr als genug Platz für alle. Benjoli macht sich gleich im hinteren Bereich auf dem Sonnendeck breit. Zu Beginn bleiben wir da auch alleine denn insbesondere die Asiaten mögen die Sonne nicht wirklich und bleiben erst einmal im gedeckten Bereich. Wir sind dafür froh mit Pullover und Jacke ausgerüstet zu sein, der Fahrtwind ist noch ziemlich frisch. Während einer Stunde tuckern wir über das blaue Meer um die Nordspitze der Insel herum, entlang der felsigen, grünen Küste bis wir in die Navajo Bucht einbiegen. 

 

Der Blick von hoch oben war ja schon sensationell. Aber auch von hier in der Bucht macht er ganz schön was her. Unser Kapitän steuert das Boot so nahe ans Ufer wie möglich und dann heisst es Schuhe und Socken aus. Über eine kleine Leiter gelangen wir über den Bug ins Wasser und an den Strand. Gerade als Joli aussteigen will, kommen grosse Wellen und die Distanz zum Wasser runter ist plötzlich ziemlich hoch und das Geschaukel macht es dem nicht schwindelfreien Fräulein auch nicht einfacher. Als sich das Boot wieder beruhigt hat, kann auch der Rest aussteigen. Das Wasser ist bitter kalt- brr! Auch die ersten Meter am Strand sind eher schmerzhaft, der Sand ist übersät mit klitzekleinen Kieselsteinchen. Nett, wirklich sehr nett. Aber Fuss gewöhnt sich dran.

 

Und hier liegt es dann vor uns, das rostige Häufchen Elend von einem ehemaligen Schiff, welches von der griechischen Regierung als Schmuggler Schiff gejagt wurde und auf der Flucht hier gestrandet ist. Das Wrack ist von den vielen Besuchern leider mit Schriftzügen verschandelt worden, bietet mit der Bucht und dem hellblauem Wasser aber trotzdem einen genialen Kontrast und ein super Fotosujet. Bei den asiatischen Gästen dient es immerhin als hübscher Hintergrund für die 100'000 Selfies.

 

Das Wasser ist übrigens nach dem ersten Schreck nicht so kalt wie vermutet und Beni kündigt gleich an nächste Woche in Kefalonia einmal schwimmen zu gehen – «das will ich sehen», meint Joli dazu. 

 

Blue Caves

Nach einer halbe Stunde werden wir zurück aufs Boot gepfiffen und tuckern zurück zu den Höhlen in der felsigen Küste. In unmittelbarer Nähe der Küste ist das türkisfarbene Wasser nur wenige Meter tief und glasklar. Man sieht bis auf den Meeresgrund. Die verschiedenen Blautöne sind gewaltig und es ist einfach irrsinnig schön wie das Wasser funkelt und glitzert.

 

An einer der Höhlen wagt unser Kapitän trotz der unruhigen Strömung das Manöver durch ein «Loch» im Felsen. Respekt, auf beiden Seiten bleiben nur wenige Zentimeter Platz und trotz dem Schaukeln kommen wir ohne Berührung der Felsen hindurch was alle mit einem kleinen Applaus würdigen. Naja alle ausser Joli, denn die ist zu beschäftig damit das Blau und seine viele Töne auch unvergesslich auf Bild festzuhalten. Übrigens sehen wir im Hintergrund bereits unser morgiges Ziel – Kefalonia.

 

Mit dem vorderen Teil des Schiffes fahren wir sogar noch kurz in eine Höhle hinein. Von aussen nur dunkles Wasser, leuchtet es innen in einem wunderbaren Blauton, welcher erst im Schatten der Höhle so richtig zu leuchten beginnt.

 

Nach guten zwei Stunden sind wir wieder zurück im Hafen. Übrigens muss Joli noch das wichtigste Detail des Bootes festhalten. Es wirbt nämlich mit einer grossen Aufschrift auf beiden Seiten damit, dass es ein Glasbodenboot ist. Jaaaa, ganz gelogen ist es ja nicht aber so ganz die Wahrheit dann doch auch nicht…

 

Wir sind sehr zufrieden mit der Bootstour, haben es sehr genossen und es hat wirklich Spass gemacht auch wenn es für ein erfrischendes Bad noch zu frisch war. Wieder an Land haben wir dafür nun sommerliche Temperaturen. Mit kurzen Hosen und im T-Shirt machen wir uns auf den ganzen nördlichen Zipfel noch zu umrunden.

 

Cape Skinari

Schon von weitem sehen wir den Leuchtturm aber egal wie wir fahren und wenden wir finden einfach die Strasse dazu nicht. Dafür entdecken wir zwei Windmühlen und einen Aussichtspunkt, welchen wir bereits vom Boot aus gesehen haben und von wo man einen herrlichen Blick auf das blaue Wasser der Höhlen direkt unter uns hat. Wir entdecken sogar die ersten Schweiss Tröpfchen der Saison, als wir die vielen Treppen wieder hoch schnaufen.

 

Die blühende Landschaft, die knorrigen Olivenbäume und die Aussicht von den Klippen fasziniert uns ein letztes Mal bevor wir uns zurück in der Hauptstadt noch ein leckeres Abendessen auf Kosten unserer Gönner bestellen. 

 

Futter

Unser Tag geht mit leckerem griechischen Salat, Knoblauch Pommes Frites, einem Muschel Saganaki, einer Portion frittierten Sardinen (auf der Menu Karte stand «Small Fisch» wir haben schon etwas anderes erwartet aber schmeckt gar nicht sooo übel) und einem Glas kühlen Rosé Wein zu Ende.

 

Nochmals vielen Dank an Hansrudolf & Christine Feller für die tolle Boots Tour und das anschliessende Abendessen, welche wir durch einen ersten Teil eurer Spende geniessen durften.

 

Porto Zoro

Ah, der Tag ist doch noch nicht ganz vorbei. Einen Strand haben wir noch nicht gesehen bei uns in der Nähe. Den klappern wir pflichtbewusst noch ab und jetzt sollten wir vielleicht anfangen zu packen. Neeein, das haben wir gestern beim Nichts-Tun nicht gemacht, sonst würde es ja nicht Nichts-Tun heissen.

 

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