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Kefalonia I

Eine Schifffahrt die ist lustig…

… und deshalb und weil erst ab Mai eine direkte Fähre nach Kefalonia fährt, machen wir gleich zwei Schifffahrten via Kyllini nach Kefalonia. Zuerst übergeben wir noch direkt am Hafen unser Auto, was wie vereinbart klappt. Nachdem wir die Fähre über die Heckklappe betreten sind wir gleich mal völlig überrascht ab dem was wir sehen. Es gibt doch tatsächlich eine Rolltreppe, welche uns in den Bauch der Fähre führt und alles sieht topmodern aus, ziemlich cool. Wir haben uns schon vor den vielen Treppen mitsamt all unserem Gepäck gesfürchtet und jetzt ist das sooo gemütlich.

 

Nach einem kurzen Rundgang können wir sagen, dass es eine ziemlich hübsche, moderne und neue Fähre der griechischen Levante Flotte ist. Sogar Massagesessel hat es und Joli nutzt die Gunst der Stunde und lässt sich einmal durchkneten. Nach einer Stunde legen wir bereits in Kyllini an, wo wir gleich auf die Anschlussfähre nach Kefalonia wechseln. Diese scheint sogar brandneu zu sein, ausgerüstet mit allem Schnickschnack, sogar ein VW Bus steht zur Dekoration herum. Das Wetter ist wie wir es uns gewünscht haben, ideale frühsommerliche Temperaturen für kurze Hosen und T-Shirt, herrlich um draussen an der Sonne zu sitzen und die Fahrt zu geniessen.

Insel Nummer zwei

Am Hafen von Poros steht bereits unser neuer Mietwagen bereit. Kurze Abhandlung des Papierkrams und schon düsen wir einmal quer über Kefalonia zu unserer nächsten Unterkunft für die kommenden 9 Tage. Das ist übrigens bisher die längste Dauer, welche wir während unserer ganzen Reise im gleichen Bett verbringen werden. Die Fahrt ist sehr schön und führt uns durch eine sehr hügelige Landschaft. Auch hier sehen wir viele Blumen aber nicht so viele kleine Dörfer und Olivenbäume wie in Zakynthos.

 

Das Studio Appartement verfügt wie das letzte, über alles was man braucht und zusätzlich über eine grosse Sonnenterrasse mit herrlichem Blick aufs Meer. Schnell haben wir uns häuslich eingerichtet und nach einem kurzen Schwatz mit unseren englischen Nachbarn steigen wir wieder ins Auto. Im nahe gelegenen Argostoli, der Hauptstadt von Kefalonia, besuchen wir eines der von unserem Vermieter empfohlenen Restaurants. Das Essen ist sehr lecker und wird ohne Teller direkt auf dem Tisch serviert – spannend. Im Anschluss müssen wir wieder das nötigste für zu Hause einkaufen. Kurz vor 8 Uhr abends steigt dann zum ersten Mal die tägliche Sonnenuntergangs-Show auf unserer Terrasse, einfach wunderschön.

Der Osten

Wir versuchen uns einen Überblick über Kefalonia zu verschaffen. Mit Strassenkarten und den von uns zusammengetragenen Infos teilen wir uns die grosse Insel in mehrere Teile und Tage auf. Da auch ein Besuch der kleinen Nachbarsinsel Ithaka geplant ist, wollen wir uns nach den Fähren, welche ab der Stadt Sami los düsen, erkundigen. 

 

Drogarati Cave

Auf einem bergigen und sehr kurvigen Weg Richtung Sami kommen wir an der Drogarati Höhle vorbei. Wir setzen uns eine Eintrittspreislimite von 5 Euro, da wir nicht zuletzt in Vietnam doch schon sehr mit Höhlen verwöhnt wurden. Der Preis ist dann tatsächlich genau 5 Euro pro Person, also schauen wir uns auch diese Höhle an.

 

Wir werden nicht enttäuscht, sie kommt zwar nie und nimmer an diejenigen in Vietnam heran, ist aber doch auch ziemlich hübsch anzuschauen. Es ist eine klassische Tropfsteinhöhle, nicht sonderlich gross dafür sind wir kurze Zeit die einzigen Besucher. Der Höhlenmensch, welcher hier ganz alleine die Aufsicht hat, erlaubt uns sogar trotz dem unübersehbaren Fotografier Verbot unsere Kameras zu benutzen. Das Verbot gilt mehr in der Hochsaison wenn die Höhle mit Touristen vollgestopft ist, damit die Leute vorwärts machen und die Höhle für den nächsten vollgestopften Bus freigeben, wie er uns erklärt. Der Rundweg dauert nur etwa 10 Minuten, wobei wir die Ruhe etwas länger geniessen. Der nette Höhlenmensch schiesst dann auch noch ein Foto von uns (leider nicht wirklich brauchbar), für welches wir ihm eine Münze in seine Kaffeekasse werfen. Diesen heissen Kaffee hat er aktuell noch ziemlich nötig es ist frisch und feucht hier unten. Aber im Sommer, da sei er dann schon in einer sehr glücklichen und kühlen Position meint er lachend.

 

Sami

Zurück draussen, im heiteren Sonnenschein ist es nur eine kurze Fahrt bis wir das kleine Hafenstädtchen Sami erreichen. Klein und fein präsentiert es sich, die Häuser sind gepflegt und es wirkt ruhig und friedlich hier.


Wir parkieren unser Auto, wie alle anderen auf den griechischen Inseln auch, wo es uns gerade passt. Am Ticketschalter erkunden wir uns über die Fährverbindungen auf die Nachbarsinsel Ithaka und siehe da, es gibt tatsächlich schon eine Fähre. Wir haben insgeheim schon damit gerechnet, dass wir vielleicht schwimmen müssen.

 

Jetzt spazieren wir einmal dem Ufer entlang und geniessen die herrlich warmen Sonnenstrahlen. Auf dem Rückweg besorgen wir uns in einem Restaurant zwei kleine gefüllte Gyros Taschen, welche wir auf einer Bank am Ufer geniessen – lecker Schmecker -  das denkt sich wohl auch die vor Dreck starrende Katze die sich langsam immer näher an uns heran schleicht. Auch ein kleines Fotoshooting vor dem Adipositas Restaurant lässt Beni sich natürlich nicht entgehen – äh Adonis Restaurant natürlich.

Antisamos

Gleich um die Ecke von Sami erreichen und sehen wir nach kurzer Fahrt die Bucht von Antisamos. Die Strasse führt von hoch oben hinunter an den Strand. Der Blick aus der Höhe auf das herrlich blaue Wasser ist sensationell aber auch direkt am Strand lädt das glasklare Wasser zu einem Sprung ins kühle Nass ein. Benjoli hat natürlich die Badehose nicht dabei und Beni singt beim wieder hochfahren die ganze Zeit: „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schmusilein, lalala…“ Ja die griechischen Inseln sind schon ziemliche Perlen was die Strände und das Wasser angeht. 

 

Bier & Wein

Wir wählen eine kleine Nebenstrasse anstatt denselben Weg zurück nach Sami zu fahren. Dabei kommen wir an unzähligen wunderschönen Wiesen und Olivenbäumen und sogar an einer kleinen Ruine vorbei welche wir zu Fuss noch etwas erkunden. Von hier aus ist der Weg plötzlich nicht mehr geteert. Aber zum Glück nur eine kurze Strecke: „Guck da vorne geht es normal weiter“, meint Joli. Der Weg ist sehr schön aber auch sehr eng und löchrig und wir sind froh kommt uns niemand entgegen auf dieser einsamen Bergstrasse.

 

Eigentlich wollen wir noch ganz in den Süden der Insel, fühlen uns aber zu müde um den etwa zwei Stunden dauernden Umweg zu fahren. Wir gehen es ruhig an und düsen lieber nach Hause. Auf unserer Terrasse geniessen wir bei einem lecker Bierchen und einem Glas Rosé den Abend und die pralle Sonne bei einer Partie Yatzee. Ob es an der Konstruktion des Balkons oder doch eher am Apéro liegt, dass die Würfel ständig zu tief fallen, bleibt ungeklärt. Auf jeden Fall haben wir so zusätzliche Bewegung ins Spiel gebracht.

 

Der Westen

Von unserer Terrasse aus sehen wir auf der gegenüberliegenden Inselseite den Ort Lixouri. Zwischen Argostoli und Lixouri zwar verkehrt im Stundentakt eine kleine Autofähre, wir nehmen aber die kurvige Landstrasse über die Hügel um auf die Halbinsel zu gelangen.

 

Lixouri

Nach einer knappen Stunde parkieren wir irgendwo am Strassenrand in Hafennähe. Ein kurzer Spaziergang und wir finden das Zentrum mit einem grossen Platz, an welchem sich das Leben der Griechen am heutigen Karfreitag laut und fröhlich abspielt.  Nahezu alle Restaurants am Platz sind geöffnet und sehr gut besucht. Bei einem Eiskaffee schauen wir dem Treiben zu und geniessen das wiederum herrliche Wetter. Die griechischen Dörfer sind einfach schön, bunt, verwinkelt und nicht ganz so einfach angelegt, so dass wir das Auto ein bisschen suchen müssen, bevor es weiter geht.

 

Grosse Klappe aber Wort gehalten

Wir düsen weiter im Westen umher. Der Weg ist kurvig, manchmal steil und es gibt zwischendurch ein paar Strassensperren durch Schafe und Ziegen. Wir sind geduldig und warten, werden aber trotzdem von einem besonders frechen Exemplar blöd angeblöckt. Kurz vor Mittag manövrieren wir unser Auto eine steile Bergstrasse in eine malerische Bucht an den Petani Strand hinunter. Der Blick von hoch oben ist wie immer genial. In der Bucht und am kleinen Kieselstein Strand, sind ausser uns nur eine Handvoll Einheimische und Touristen, welche sich von der Sonne rösten lassen. Wir beobachten zwei Männer, welche für ein paar Sekunden im glasklaren Wasser stehen und dann gleich wieder hinaus sprinten. Es scheint wohl doch arg kalt zu sein. Benjoli aber will trotzdem die Badehose an den Strand mitnehmen und Beni erinnert Joli an die Aussage in Zakynthos, das er hier noch baden gehen will. Na dann los!

 

Nachdem wir erstmal nur mit den Füssen im Wasser stehen, ist für Beni schnell klar, das ist nicht kälter als normalerweise unser Thunersee – naja fast Frau Google erklärt uns dann später zu Hause das die aktuelle Wassertemperatur bei etwa 15-16 Grad liegt. Ab in die Badehose und rein ins kalte, klare Nass. Nach einer kurzen, schlotternden Anpassungsphase spüren wir nach 5 Minuten nur noch die tausend Nadelstiche auf unserer Haut. Die Kälte aber lässt mit der Zeit spürbar nah und wir schwadern gute 10 Minuten umher bis wir völlig (durch)erfrischt sind. Bevor wir weiter ziehen, lassen wir uns noch kurz in der Sonne trocknen und machen fleissig Fotos der Umgebung.

Atheras & Zola

Kefalonia ist von der Landschaft her etwas karger gehalten als noch Zakynthos, hier fehlt es ein wenig an der blühenden Flora und den knorrigen Olivenbäumen. Dafür gibt es ein paar malerisch schöne Buchten, welche man bereits aus der Höhe erblicken kann. Da wir für heute erfrischt genug sind, geniessen wir in Atheras und Zola einfach das wunderschöne Meer von aussen – ist auch ganz hübsch und doch ein paar Grad wärmer.

 

Caretta, Caretta

Wieder zurück in Argostoli gönnen wir uns ein etwas hochpreisigeres Restaurant direkt an der Uferpromenade. Der Aufpreis wird jedoch dem Ausblick und auch dem Essen mehr als gerecht. Das Futter ist köstlich und während wir glücklich mampfen, planschen zwei Meter vor unserem Tisch zwei grosse Schildkröten umher und halten ihre Köpfe über Wasser.

 

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