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Ithaka

Der frühe Vogel fährt mit dem Schiff

Heute besuchen wir Ithaka. Es ist 4 Uhr – sooo früh! - also eigentlich ja noch mitten in der Nacht und wir sind sogar eine Stunde vor unserem Wecker wach. Da wir schon mal wach sind bleiben wir auch gleich auf bis wir aus den Federn und rein ins Auto müssen. Die einzige Fährverbindung auf die Insel Ithaka legt morgens um 06:35 in Sami ab und dahin benötigen wir eine gute halbe Stunde. Auf dem Weg durch die stockdunklen, kurvigen Hügellandschaften, erlegen wir beinahe noch einen wilden Hasen, welcher vor dem Auto vorbeihuscht. Etwas geschockt aber pünktlich treffen wir in Sami am Hafen ein. Schnell ein Ticket gekauft und dann als eines von nur gerade 4 Fahrzeugen auf der riesigen Fähre parkiert. Auch diese Fähre ist ein richtiges Schmuckstück, der Innendekorateur hat echt Geschmack.

Wir sind beide vom Sternzeichen Fisch, sind aber lustigerweise viel lieber auf als im Wasser. Vielleicht sind wir eine bisher unentdeckte Spezies? Die Trockenfische? Wobei dann unser Sprichwort etwas selbstmörderisch wäre – der frühe Vogel (also wir wenn wir früh aufstehen) fängt den Fisch (also auch wir)…?! Schlafmangel kann zu sehr spannenden Gedankengängen führen…

 

Wir lieben es mit Schiffen unterwegs zu sein. Die Fahrt nach Ithaka dauert aber leider nur gerade 25 Minuten und ist zu schnell vorbei. Während der Fahrt geht dann dafür langsam die Sonne auf. Es ist bitter kalt und der Wind weht uns eisig um die Nasen aber die herrliche Ruhe zusammen mit dem morgendlichen Farbenspiel sind die rote Nase wert. Dieser Tagesausflug ist der zweite, grössere Teil der kleinen Freude Spende von Hansrudolf und Christine Feller. Vielen Dank euch beiden, der Tag verspricht schon jetzt grossartig zu werden.

 

Vathi

Ein paar steile Kurven den Hügel rauf und dann wieder runter und schon erblicken wir im Morgenrot das kleine Städtchen Vathi. Vathi liegt in einer malerischen Bucht und ist die bislang schönste Kleinstadt von allen. Die Uferpromenade, die bunten Häuser alles ist wie aus dem Bilderbuch und pikfein sauber. Nachdem wir die Uferpromenade einmal abgefahren sind setzen wir uns für ein kleines Frühstück in ein Restaurant. Das Thunfisch Sandwich ist wahrlich ein Gaumenschmaus. Jetzt aber los, wir wollen heute einmal um die Insel und dabei möglichst viel sehen. Vathi werden wir vor der Rückfahrt nach Kefalonia nochmals genauer unter die Lupe nehmen.

 

Agio Ioanis

Als erstes suchen wir einen Strand auf der Westseite der Insel. Es gibt nicht viele verschiedene Strassen aber wir biegen prompt ein erstes Mal falsch ab. Unsere Strasse ist plötzlich keine Strasse mehr, eher eine Schotterpiste mit ziemlich grossen Kieselsteinen. Wir sind mutig und setzen die Fahrt bis ans Ende fort. Hier ist zwar das Meer von weitem zu sehen, aber weder ein Strand noch sonst etwas was Touristen herlocken könnte ist vorhanden. Nachdem wir die mühsame Schlotterpiste wieder bezwungen haben, landen wir dann doch noch am richtigen Ort. Ein steiniger Strand mit Felsen im kristallklaren Wasser. Beni das Kletteräffchen turnt etwas in der Gegend rum und bei Treppenhochlaufen bestaunen wir wieder einmal die vielen Blumen am Wegrand – dient auch perfekt als Ausrede um immer wieder eine kleine Verschnaufpause einzulegen.

 

Auf der Weiterfahrt durchqueren wir mehrere Dörfchen unter anderem Stayros und Frikes. Die schönen bunten Häuser, prägen das Bild der Insel und auch die Blumenpracht ist überall zu bestaunen aber wir haben ein Ziel, das Dorf Kioni im Osten der Insel.

 

Kioni

Schon bei der Anfahrt entdecken wir eine kleine, verlassene Bucht mit Wasser, das einen geradezu magisch anzieht und man will sich am liebsten gleich ins kühle Nass stürzen. Aber wir haben noch viel vor und vor allem ist es noch nicht so warm, dass wir eine Abkühlung nötig hätten.

 

 

Das kleine Dorf Kioni ist ein weiteres Highlight. Eingebettet in einer schönen Bucht ist vor allem der Häusermix ein wahrer Augenschmaus. Hier reihen sich tolle Steinhäuser neben die klassischen, weissen Häuser mit den blauen Fensterläden und anders bunten Exemplaren. Wir sind entzückt und geniessen ein Spaziergang durch die mit Blumen gesäumten Gassen. Der Ort ist wahrlich ein Juwel, idyllisch und verträumt und das Wasser wie immer ein Traum in Blau. Wir umrunden einmal die Bucht und erklimmen, das Dorf auf der anderen Seite um das Ganze noch von oben zu sehen und mittlerweile könnten wir eine Abkühlung doch ganz gut vertragen.

 

Im Osten nichts Neues

Wir sind auf der Ostseite der Insel und machen uns auf den Rückweg nach Vathi als wir hoch oben in den Hügeln noch einen Abstecher zu einem Kloster auf dem Mount Katharon machen. Das Kloster selbst ist halt ein Kloster, wem es gefällt, dem gefällts. Wir jedoch finden die Aussicht auf dieser Seite der Insel um einiges interessanter, als den goldenen Prunk in der alten Klosterkapelle.

Am frühen Nachmittag erreichen wir wieder Vathi. Nach einem Spaziergang suchen wir uns für einen ordentlichen Snack, ein lauschiges Restaurant am Wasser. Bei einem lecker Bierchen, Tomato Balls und einem Tzatziki geniessen wir das Leben. Übrigens haben wir die genau gleichen Flipflops wie Beni in Vietnam für 3.- gekauft hat hier für sage und schreibe 24 Euro entdeckt – aber natürlich sind dieser hier ORIGINAL, so die Verkäuferin – jaja sehen aber genau gleich aus, fühlen sich genau gleich an und sind ziemlich sicher auch genau gleich nur teurer.

 

Beachtime

Es bleiben uns noch drei Stunden bis unsere Fähre nach Kefalonia zurückbraust. Vorher warten noch ein paar tolle Strände auf uns. Die ersten beiden liegen dicht beieinander und liegen nur ein paar Kilometer hinter Vathi. Der Sarakiniko Beach punktet mit grossen Felsformationen, eine schönen kleinen Bucht und (ja wir wiederholen uns) wunderschönem Wasser. Während Beni sich auf einem grossen Felsen niederlässt, umrundet Joli einmal die Bucht und das Juwel von allen Seiten abzulichten.

 

Als wir gerade gehen wollen kommen wir mit einem deutschen Urlauber ins Gespräch, welcher gerade sein Badetuch als einziger Mensch ausser uns hier ausbreitet. Der Mann hat sich etwas hinter dem Strand seinen eigenen kleinen Wohnwagen fix installiert und verbringt zwischen 3-6 Monaten im Jahr hier, ziemlich cool.

 

Der zweite Strand, der Filiatro Beach, nimmt dann das Schlusslicht ein – nicht sehr spektakulär und schön wie die Strände die wir bisher gesehen haben. Also fahren wir weiter. Wir wollen noch den berühmtesten Strand sehen, den Gidaki Beach.

 

Ein erquickendes BAd

Wir fahren so nah wie möglich an den Gidaki Strand. Man kann ihn entweder über Wasser oder zu Fuss erreichen. Wir fragen zwei Gärtner wo wir lang müssen. Wir müssen und dürfen den Privatstrand Skinos Beach überqueren, danach den Hügel rauf und auf der anderen Seite wieder runter. Dauer ca. 1 Stunde hin und zurück. Hmmm… Die Zeit würde reichen aber dann hätten wir nur ca. 5-10 Minuten Zeit am Strand und müssten zurück, damit wir die Fähre nicht verpassen. Dabei wollten wir doch noch ins kühle Nass springen. Was nun?

 

Benis Argument ist gut: «Wir haben den Strand ja schon von oben gesehen, als wir vorhin die Bucht von Vathi und die umliegenden Hügel von oben sahen…» Ja das leuchtet ein. Wir gehen zurück zur letzten kleinen Bucht, dem Minimata Beach. Wir wollen lieber noch etwas planschen anstatt noch herum zu rennen. Am letzten Strand für heute, packen wir also unsere Badehosen aus. Aus der Ferne beobachtet uns ein anderes Paar etwas ungläubig wie wir ins Wasser gehen und eine gefühlte Ewigkeit drin bleiben. Wir jedenfalls finden es toll und ziemlich erfrischend. Heute ist es ja auch wieder angenehm warm und praktisch windstill. Herrlich erfrischt kaufen wir noch unser Abendessen auf Ithaka ein und stellen uns dann mit den wenigen Autos in die Schlange um auf die Fähre zu warten. 

 

Ein Geheimtipp

Wir hatten einen langen aber sehr schönen Tag. Wer auf Kefalonia Ferien macht, dem empfehlen wir unbedingt einen Tagesausflug nach Ithaka. Es ist für uns der Geheimtipp schlechthin und ein Abstecher würde sich sogar für mehr als nur einen Tag lohnen, wenn man die Ruhe und Natur pur sucht. Nochmals vielen Dank an Hansrudolf und Christine Feller für diesen tollen Tag auf Ithaka.

 

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