· 

Lefkada II

Ab in den Süden

Die Nacht war so lala aber dafür ist das Wetter heute wieder mal eine absolut Klasse. Der Himmel ist so klar, dass wir kilometerweit in die Ferne sehen können, während wir über die Berge an das südwestliche Ende von Lefkada cruisen. Wir können neben dem Festland auch Kefalonia und Ithaka erspähen so klar ist die Sicht. Hierbei wird uns auch klar, dass wir uns das Festland sowie die Inseln von Griechenland eigentlich viel flacher vorgestellt haben und auch in Erinnerung hatten. Wir schreiben an dieser Stelle mal nicht von all den vielen Stränden, an welchen wir heute vorbeikommen. Dafür aber darüber wie unsere liebe Joli an wirklich jeder Kurve auf dem Rückweg hoch vom Strand aus dem Auto aussteigen muss um ihre Fotos zu machen, was Benis Nerven manchmal etwas arg strapaziert. Dabei ist für Joli jede noch so hohe Mauer oder Leitplanke kein Hindernis um das bestmögliche Foto aus der Höhe zu machen. Beni muss immer wieder mal ermahnend einschreiten wenn Joli sich an die Grenze zur Gefahr begibt. Doch die etwa 1000 Bilder von den wunderbaren Stränden in Griechenland geben ihrer Leidenschaft recht. Denn heute entdecken wir auch den wohl schönsten Strandabschnitt, welchen wir auf unserer ganzen Weltreise und überhaupt je gesehen haben.

 

Aber nun von vorne, wir wollen ja nicht schon alles vorgreifen. Wir fahren erneut via Eglouvi um auf die andere Seite der Insel zu kommen. Die Strecke ist super und immer wieder schön auch beim mehrfachen befahren – Beni legt ja sonst ungern 2x die gleiche Strecke zurück. Sehr kurvig aber mit sehr schönen Weitsichten, vor allem heute bei diese Sichtverhältnissen. Auch die pink blühenden Bäume faszinieren uns immer wieder und die farbigen Tupfer in den knallgrünen Wäldern sind einfach super anzusehen.

 

Auf dem Weg zum ersten Strand überfahren wir noch fast eine riesige, fette Schlange. Das Ding hat aber gar keine Eile um über die Strasse zu kommen und schlängelt sich in einer Seelenruhe auf die andere Strassenseite. Beni ekelt sich dermassen, dass er am liebsten aus dem Auto springen würde – wäre da draussen nicht die Schlange!

 

GIalos Beach

Wir fahren als erstes den Gialos Beach an. Ein sehr langer Strand und ausser uns nur eine Handvoll andere Touristen. Es ist noch etwas frisch um zu Baden, auch wenn das Wasser wie immer sehr einladend ist. Auch hier hat es eine faszinierende Verfärbung die wirkt als hätte jemand einen Gutsch Milch in das dunkelblaue Wasser gegeben. Wir haben von einen Aussichtspunkt gelesen, welcher vom Strand her erreichbar sein soll aber welchen wir irgendwie nicht finden. Es sieht aber auch aus, als wäre da einiges den Hang runtergekommen in letzter Zeit. Wir können uns an dem faszinierenden Farbenspiel kaum satt sehen, wollen dann aber doch noch etwas weiterfahren, vielleicht finden wir noch einen Platz zum Baden, wenn es später etwas wärmer wird.

 

Porto Katsiki

Wir fahren weiter der Küste entlang und finden einen legendären Aussichtspunkt. Der Blick nach links und rechts ist einfach atemberaubend schön. Von oben sehen wir den Strand, welchen wir besuchen wollten, der aber seit dem Erdrutsch nur noch per Boot erreichbar ist. Wir sind der Strasse nach unten so lange gefolgt, bis wir an ein unmissverständliches Schild herangefahren sind, dass das Befahren der Strasse strengstens untersagt. Hätten wir nicht schon gewusst das die Strasse gesperrt ist, hätten wir dieses unscheinbare Schild aber sicherlich übersehen. So liess uns unsere Vernunft jedoch umkehren und nun stehen wir an diesem Aussichtspunkt und geniessen die wunderbare Sicht auf das schöne blaue Meer bevor wir weiterfahren. Allerdings wagen wir uns nur vorsichtig auf die morsche Holzkonstruktion, welche wie ein alter lottriger Balkon über dem Abgrund hängt.

 

Und ja eigentlich wollten wir hier ja für einmal nicht von Stränden berichten, aber die Bucht in Porto Katsiki ist unsere unbestrittene Nummer eins. Als wir eintreffen sind wir dann auch alles andere als alleine hier. Zwei grosse Schiffe mit lauter Musik und mit Unmengen an Touristen haben hier angelegt und viele Menschen bevölkern den Strand. Wir blenden das menschliche Gewusel für einmal komplett aus und stehen einfach nur da und sehen uns staunend die Bucht an.

 

Da wir noch dem Leuchtturm ganz im Süden einen Besuch abstatten wollen, beschliessen wir nochmal wieder zu kommen um dann einen Badetag hier einzulegen.

 

Eine weitere Entdeckung machen wir am kleinen Kiosk oben an der Bucht. Hier gibt es eine Toblerone Glace, welche zwar nicht nach Toblerone aber trotzdem ziemlich lecker schmeckt. Auch das Stop Schild am Ende der Strasse fasziniert uns – für alle Dummies die nicht merken, dass die Strasse hier zu Ende ist oder wie? Aber vor der zerfallenen Treppe, welche auf eine kleine Insel mit offensichtlich super Sicht auf die Bucht führt ist kein Schild angebracht, welche einem warnt oder das Betreten verbietet.

 

Der leuchtturm

Die Fahrt durch die üppige Vegetation zum Leuchtturm ist sehr angenehm und wir können wieder kilometerweit sehen. Sogar die Windräder der Insel Kefalonia können wir in der Ferne sehen. Die Strasse ist wunderbar zu fahren und lädt auch Schlangen und Blindschleichen zum Sonnenbad ein wie Beni voller Schrecken feststellen muss. Eine kleine Schlange schlängelt sich vor uns über die Strasse und hat es aber um einiges eiliger als das fette Ding von vorhin.

 

Der Leuchtturm ist dann halt eben was er ist - ein Leuchtturm. Er steht einfach in der Gegend rum und leuchtet auch nur Nachts, ziemlich langweilig wie Beni meint. Aber nach dem klassischen, wunderschönen Leuchtturm in Ushuaia haben es Leuchttürme bei uns auch nicht mehr ganz so einfach. Auffallend ist, wie wenige Touristen den Weg hierher auf sich nehmen. Am etwa 30 Minuten entfernten Porto Katziki standen noch mehr als zwanzig Autos rum, hier sind es dann nur noch drei.

 

Und wie so oft steht auch hier eine Mini Kirche zwischen den Büschen. Wenn wir nach Jolis Posen gehen, muss Benjoli wohl oder übel doch irgendwann noch nach Ägypten, damit die Pose, dann auch einmal in die Umgebung passt. 

 

Auf dem Rückweg haben wir in einem Restaurant halt gemacht und ein Frühstück / Mittagessen zu uns genommen. Bei einem leckeren Muschel Saganaki und einem warmen Käse Dip haben wir die Aussicht und die warmen Sonnenstrahlen genossen, bevor wir über Vasiliki weiter nach Nydri gefahren sind. Vasiliki ist einer der Haupttouristenorte. Das Dörfchen ist hübsch aber überfüllt mit Tavernen und Restaurants und der Strand wie üblich bei solchen Orten eher hässlich.

 

Wir haben zwar erst gerade gegessen aber es fehlt noch das Abendessen und so machen wir in Nydri im Restaurant Mamma Mia halt. Dort braten sie gerade ein leckeres Osterlamm. Leider ist es noch nicht fertig als wir dort ankommen und zudem wohl für die Familie gedacht, die im Innern der Taverne versammelt ist. Wir sind auch die einzigen Gäste aber immerhin bekommen wir doch noch etwas zu essen. Es ist nicht schlecht aber der Film Mamma Mia ist doch besser als das Essen im gleichnamigen Restaurant.

 

Nach Hause telefonieren

Genau wie damals ET haben auch wir nach Hause telefoniert um unsere Rückkehr anzukündigen. Da gestern auch noch Jolis Grossvater verstorben ist, zögern wir unsere Rückkehr noch etwas weiter hinaus. Denn es wäre weder für uns, noch für unsere Familie der richtige Zeitpunkt genau jetzt nach Hause zu kommen, denn unsere Rückkehr soll einerseits ein freudiges Ereignis sein und bringt andererseits aber auch Arbeit mit sich, da wir ja noch keine Wohnung haben und somit irgendwo unterkommen müssen. So gehen wir nach Lefkada noch fünf Nächte nach Korfu und danach zwei Nächte nach Mailand und dann geht es mit dem Zug zurück in die Schweiz. Unser temporäres Zuhause wird bis dahin eingerichtet - vielen Dank an Markus & Brigitta Hegetschweiler und auch die ersten Arbeitsverträge für Kurzeinsätze sind bereits Unterschrieben - vielen Dank Jan Jungen. Der Ernst des Lebens hat uns bald wieder aber vorher wolle wir unsere Reise noch würdig abschliessen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0