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Lefkada III

Mt. Elati

Heute wollen wir im Süden nicht nur vorbei fahren sondern die einzelnen Buchten erkunden. Dazu fahren wir aber erstmals wieder in die Berge. Aber statt einmal quer über die Insel zufahren wie bisher, erklimmen wir, also unser Auto, den Berg Elati. Wir haben einerseits eine Landkarte wo die Strasse vom Berg runter in den Süden orange eingezeichnet ist, was bedeutet, dass die Strasse geteert aber klein ist und andererseits eine App wo die Strasse dünn und weiss, dargestellt ist was bedeuten würde, dass es eine unbefestigte Strasse ist. Lassen wir uns also wie so üblich überraschen – und so ein bisschen Holperpiste haben wir ja noch immer überstanden.

 

Das Wetter ist wieder einmal wunderbar aber während wir über eine schöne Hochebene immer weiter zum Berg Elati hoch fahren ziehen langsam Wolken auf, die sich dann schön vor unsere Aussicht legen kaum sind wir auf dem Berg angekommen. Unten hat es keine Wolken und über uns auch nicht aber so schön auf Augenhöhe schleichen die fluffigen, weissen Dinger herum. Sehr nett und zu allem Übel ist es hier oben auch noch sehr frisch weshalb wir uns dann wieder auf den Weg nach unten machen, während sich auch die Wolken langsam wieder verziehen…

 

Afteli & Amousa Bay

Wir fahren los auf der ominösen orange / weissen Strasse. Und sie ist gut, sogar durchgehend befahrbar. Manchmal sind wir nicht sicher ob die Herren Kartographen extrem langsam oder die Herren Strassenbauer extrem schnell sind. Wobei wir zweites definitiv ausschliessen können. Wir sind also auch schon auf dicken, gelben Hauptstrassen gefahren, die plötzlich aufgehört haben oder unbefahrbar wurden. Man wird nicht so schlau daraus.

 

Auf jeden Fall kommen wir in den Süden und wollen zuerst den Afteli Bay anfahren. Wir biegen ab und fahren los, immer wieder froh auf keinen Gegenverkehr zu stossen. Unten angekommen ist Joli überzeugt, dass wir jetzt schon am Amousa Bay sind, denn laut Benis App sind wir schon eine Bucht weiter östlich. Aber es hatte doch gar keine andere Strasse?! Wo wäre dann die andere Bucht gewesen?

 

Egal, was solls. Hier hat es einen schönen Kiesstrand, ein paar Liegestühle und sogar ein Restaurant. Aber auch in diesem ist eine private Familienfeier im Gange und somit wird es wieder einmal nichts mit einem späten Frühstück oder frühen Mittagessen und auch für ein Bad ist es uns noch zu kühl.

 

Also fahren wir wieder hoch und suchen noch die andere Bucht. Wir waren vorhin also doch richtig, denn jetzt ist die Amousa Bay sogar angeschrieben. Mal ganz was Neues! Plötzlich trennt sich aber die Strasse. Diese Kreuzung ist nirgends eingetragen, weder auf der Karte noch in der App. Spontan gehen wir nach rechts und landen wenig später in einer sehr steilen, engen, von Mauern umgegebenen Sackgasse. Nachdem das fast unmögliche Wendemanöver vollbracht ist, nehmen wir nun die andere Strasse. Das Restaurant, dass wir in dem Dörfchen hier aussuchen wollten, gehen wir schon gar nicht mehr suchen, den die Strassen sind so verwinkelt und klein und die Chance, dass das Restaurant geschlossen hat so gross, dass wir uns diese Zeit sparen.

 

Jetzt geht es steil runter. Wie immer fragen wir uns, wie das hier in der Hochsaison laufen muss. Die Strassen sind so eng, dass man kaum aneinander vorbei kommt. Wie soll, das gehen wenn im Sommer unzählige Autos hier rauf und runter fahren?!

 

Aber die Bucht ist die mühselige Anfahrt wert. Schon von oben haben wir einen Hammer Blick und unten zieht uns das grünblaue, glasklare Wasser wieder einmal in seinen Bann.

 

Hier treffen wir dann auch mal ein paar andere Menschen. Was Beni gerade dazu verleitet, dass er hier nicht Baden will – eben weil wir nicht alleine sind… Naja, Joli wagt sich trotzdem kurz in kühle Nass, wenn auch nur bis zu den Beinen. Es ist so schön, da kann man doch nicht ganz darauf verzichten.

 

Sivota

Jetzt noch den letzten südlichen Zipfel anfahren und dann hoffentlich ein Restaurant finden, dass geöffnet hat. So langsam wäre es an der Zeit für eine grosse Fütterung.

 

Wir finden uns im Dörfchen Sivota wieder, das zum Glück unzählige, kleine Tavernen direkt am Wasser hat. Neben den ersten Tischen legt auch gleich ein Fischerboot an, dass dem Restaurant Besitzer die frischen Fische bringt. Mmmh, lecker! Überall erklären sie uns wie frisch, dass ihr Fisch ist und das er noch frischer ist als der des Nachbarn. Wir glauben spontan demjenigen, der das Fischerboot direkt vor der Tür hat und bestellen dort Fisch und die üblichen Dips. Das Essen ist sehr lecker aber die Portionen dürften dann schon etwas grösser sein für den Preis. Aber vielleicht würde es auch helfen, wen wir nicht immer erst gegen 15:00 unsere erste Mahlzeit zu uns nehmen würden, dann wären wir nicht ganz so ausgehungert.

 

Mikro Gialos & Desimi Beach

So frisch gestärkt jetzt noch zu den letzten Stränden für heute. Der Mikro Gialos wird auch wieder ganz gross angepriesen, also sind wir gespannt. Zugegeben auch ein ganz hübsches Exemplar aber uns gefallen die kleinen, abgelegenen Buchten einfach generell besser. Für einen kleinen Verdauungsspaziergang ist es aber ideal hier.

 

Der Desimi Beach kurz vor der Bucht von Nydri ist dann eigentlich nicht mehr so der Rede wert. Eigentlich ist es eher ein Campingplatz mit einer schönen Bucht und wie üblich wunderschönem Wasser aber den Strand muss man hier schon eher suchen.

 

So jetzt aber ab nach Hause. Vielleicht finden wir auf dem Weg noch etwas zu Futtern. Der Fisch vom Nachmittag ist ja so gut wie zu Tode gestützt in unseren gähnend leeren Mägen.

 

Die Hauptstadt

Heute ist das Wetter etwas mudrig und wechselhaft, weshalb wir beschliessen die Hauptstadt Lefkas etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

Herausforderung Nummer 1: man finde einen Parkplatz. Naja wo keiner ist, wird einer gemacht, wie das in Griechenland scheinbar so üblich ist, entsprechend meistern wir diese Hürde ziemlich schnell.

 

Herausforderung Nummer 2: wo ist denn eigentlich der Kern der Stadt? Auch nicht ganz einfach. Eher zufällig landen wir in einer Einkaufsstrasse und kommen etwas später auf einen Platz mit vielen Tavernen. Erst einmal einen Kaffee trinken und im Internet versuchen herauszufinden was man den hier noch so entdecken kann.

 

Herausforderung Nummer 3: wo wollen wir was Essen? Zum Scheitern verurteilt, wie üblich. Wir streunen noch etwas ziellos durch die Gassen, geniessen das hübsche Städtchen und entdecken noch die Hafenpromenade Teil zwei. Hier sind die noch teureren Restaurant angesiedelt und obwohl jetzt die Sonne scheint ist es doch ziemlich frisch und zügig hier. Also gehen wir nach Hause und denken weiter darüber nach wo wir was essen wollen.

 

Etwas in den Bergen, also sozusagen hinter uns gibt es scheinbar eine kleine lauschige Taverne, die sogar geöffnet sein soll. Dort gehen wir Essen. Eine Karte gibt es nicht. Die Dame des Hauses zählt auf, was sie alles zu bieten hat und wir bestellen ein paar Dinge quer durch die Küche. Das Essen ist gut (etwas gar salzig), günstig und vor allem üppig. Wir nehmen noch eine gute Portion mit nach Hause. Eine kleine Perle mitten in den Bergen, wo nicht jeder einfach so zufällig hinkommt – Marias Taverna.

 

Schwimmen, schwimmen, einfach schwimmen...

Nachdem wir gestern eine kalte Schlechtwetter Front erdulden mussten und zu Hause im Bett rumgegammelt sind, ist es an unserem letzten Tag wieder ziemlich sonnig. Wir wollen den voraussichtlich letzten Sonnentag unserer Weltreise nochmal zum Schwimmen nutzen. Der Ausblick für die letzten Tage unserer Weltreise ist leider nicht wirklich gut.

 

An unserem Nummer eins Strand Porto Katsiki stürzen wir kurz vor Mittag ein letztes Mal ins kalte Nass. Da wir heute früher hier sind, haben wir den Strand noch fast für uns alleine und die grossen Touristenboote kommen erst an, als wir uns gerade zum Aufbruch bereit machen. Ausgerüstet mit einem Eiskaffee fahren wir zurück und besuchen noch einmal das leckere Restaurant am Strassenrand, wo wir das feine Muschel Nagasaki hatten, welches wir nochmals bestellen.

 

Da wir das Gefühl haben, noch irgendetwas machen zu müssen fahren wir heute nochmals die ganze Westküste hinauf. Wollen wir nochmal an den kuhlen Petra Beach runterfahren? Beni hat irgendwie genug Strand und Joli will das gute Wetter doch noch nutzen. Langsam ziehen am Himmel und bei unserem Gemüt dicke Wolken auf. Beni hat genug und will nach Hause und Joli will eigentlich nicht nach Hause und noch so viel wie möglich in die letzten Tag reinpacken. Dilemma! Wir legen uns pro forma noch kurz an einen Strand (Pefkoulia Beach) aber kurz nachdem wir es uns gemütlich gemacht haben, verdeckt eine so dicke Wolke den Himmel, dass wir kräftig an den Hintern frieren und uns auf den Rückweg machen.

 

Jetzt freuen wir uns noch aufs Abendessen. Wir haben gestern die bisher beste Taverne entdeckt. Fast direkt hinter unseren Haus, einen kleinen steilen Hang hinauf ist die Taverna Pantheon. Gestern hatten wir Lamm mit Ofenkartoffeln und frischem Fisch. Die liebenswerten, älteren Besitzer kochen wirklich leckere Hausmannskost. Extra für uns wurde heute nochmals frisch Moussaka zubereitet, da wir gestern die letzte Portion verpasst haben und nur noch einen kleinen Rest versuchen konnten. Und die Vorfreude hat sich gelohnt, das beste Moussaka, welches wir je gegessen haben. Auch der griechische Kaffee ist super lecker und die Besitzer wundern sich erneut über unseren grossen Konsum, da Touristen sonst eher selten griechischen Kaffee bestellen und schon gar nicht je zwei. Sogar ein Dessert aufs Haus gib es zu jedem Essen dazu und heute ist das Wetter zum Glück gut genug, dass wir nicht fast erfrieren, denn gestern hat es geregnet und es war bitterkalt. Die Tische stehen hier alle draussen aber immerhin auf einer gedeckten Terrasse. Ein würdiger Abschluss.

 

Der Tag der Abreise ist da. Wir sind gespannt auf die Abgabe des Autos. Als wir ankommen ist der Herr zwar schon da aber er hat keinen Schlüssel, also müssen wir noch draussen warten, zum Glück haben wir genügend Zeit eingeplant. Während wir da so sitzen, betrachtet er das Auto und meint plötzlich so: «Oh aber das dort unten, das war vorher noch nicht da.» Als er Jolis vernichtenden Blick sieht, meint er nur: «Ah doch jetzt erinnere ich mich.» Geht ja!

 

Am Flughafen sind wir dann wieder ganz alleine mit ca. 20 Mitarbeitern und warten bis uns das kleine Propeller Flugzeug nach Korfu bringt.

 

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