· 

Korfu II

Wat denn los hier?!

Heute Morgen stürmt und tobt es, begleitet von sintflutartigem Regen, genau wie angekündigt. Bei diesem Wetter getrauen sich weder Hund noch Katz aus dem Haus und Benjoli schon gar nicht. Wir sind sogar überzeugt, dass es jeden Moment anfängt zu schneien. Also bleiben wir bis zum frühen Nachmittag in unserem Studio und werkeln an unserer Homepage, prüfen Job und Wohnungsmarkt in der Heimat und ergötzen uns immer wieder an dem Sturm der draussen tobt. 

 

Geplagt vom Hunger nutzen wir die erste regenfreie Minute und steigen ins Auto um in einem nahen Restaurant oben am Berghang futtern zu gehen. Während wir sehr lecker tafeln, wird der Himmel plötzlich blau und die Sonne zeigt sich. Unglaublich wie schnell das Wetter gerade gewechselt hat. Wir waren während einer Stunde im Restaurant und nun scheint die Sonne und die Temperatur ist mindestens um 10 Grad gestiegen. Wir kürzen unsere Hosen und ziehen Pullover und Jacke wieder aus da es sonst zu heiss wird.

 

Jetzt haben wir noch die bessere Sicht auf unsere Heimatbucht als gestern und das Meer ist wie immer einfach atemberaubend. Wir nutzen die Gelegenheit und erkunden die nähere Umgebung. Das Dörfchen Krini ist sehr hübsch und hat jede Menge Souvenirläden, in welchen wir etwas schmökern. Jetzt da es bald nach Hause geht, können wir ja sogar Souvenirs kaufen. Nur doof, das die meisten schon einmal Souvenirs aus Griechenland erhalten haben – sind wir ja nicht zum ersten Mal hier.

 

Karma BAby

Wir schliessen die Runde ab und bevor wir wieder in unserem Dörfchen sind besuchen wir die Nachbarbuchten und das Angelokastro, eine Burg auf einer Anhöhe auf einer kleinen Halbinsel, wie wir vorhin auch schon von oben gesehen haben.

Am Kassenhäuschen ist leider niemand zu finden, also mühen wir uns ohne den Eintrittspreis zu bezahlen die vielen Treppenstufen hoch. Nachdem wir zwei grosse Gittertüren durchqueren gibt es zur Belohnung eine hübsche Aussicht von der Festungsmauer. Die Anlage ist ziemlich gross und wir watscheln etwas herum bevor wir uns wieder an den Abstieg machen. Ausser uns sind noch ein paar andere Touristen hier.

 

Auf dem Rückweg erlaubt sich Beni einen Spass in dem er eines der Gittertüren von aussen schliesst und den Stahlriegel vorschiebt. Fehlt nur noch ein Schloss und es kommt niemand mehr rein oder raus aber auch so ist es schon witzig sich die Gesichter der Besucher vorzustellen, wenn sie vor verschlossenem Gittern stehen. Mit schnellen Schritten düsen wir Treppen runter und lachen uns dabei ins Fäustchen, wir sind ja so böse Menschen – keine Angst, mit einem Griff kann man auch von innen die Gittertür öffnen.

 

Doch auch das Karma lässt nicht lange auf sich warten, am Kassenhäuschen sitzt jetzt tatsächlich eine Frau, welche uns doch noch 4 Euro abnimmt - tja Pech gehabt oder eben Karma Baby.

 

Über Stock & STein

Das Wetter hält und wir nutzen die Gunst der Stunde und erkunden noch die Nordost Seite der Insel. Die Nordschleife entlang der Küste ist kein riesiges Highlight. Der Blick auf das Meer oder die Küste ist meistens verdeckt oder gar nicht vorhanden und wenn man mal was sieht, kann man nirgendwo anhalten. Zudem muss Beni immer wieder Jolis Kamera ausweichen, wenn mal wieder ein Sujet auf der falschen Strassenseite liegt, das es da noch nicht zu einem blauen Auge gekommen ist, ist ein Wunder.

 

Aber mit Joli als Navigationshilfe im Auto, ist immer für ein Abenteuer gesorgt. Trotz Strassenkarte und GPS Karte auf dem Natel, lenkt uns Joli über die entlegensten und verlassensten Strassen der Insel. Sie möchte auch noch ein verlassenes Dorf anfahren, aber da es schon zu dämmern beginnt und wir den «Gagg» in den Hosen haben, lassen wir das aus. Aber einen normalen Rückweg finden wir dann trotzdem nicht. Wäre ja auch zu langweilig. Irgendwann finden wir uns auf einem einspurigen Waldweg wieder. Es geht quasi über Stock und Stein, sowie durch riesige Löcher und unter tief hängenden Ästen hindurch. Zum Glück buchen wir abwechselnd auch manchmal einen Vollkasko Schutz wie hier. Wir kommen jedoch ohne Schaden durch und sind jedes Mal froh wieder zurück in die Zivilisation zu kommen. 


Das Wetter auf Korfu spielt in den letzten Tage völlig verrückt. Der Wechsel von kurzen Hosen und T-Shirt auf Pullover, Jacke und Schal kommt innert Minuten. Die Temperaturen schwanken dabei von heiss an der Sonne zu richtig kalt im Schatten und zwischendurch gibt es noch einen Schwenker zu klatschnass!

 

Inseltour durchs Zentrum

Wir nutzen das gute Wetter noch voll aus und erkunden das Zentrum der Insel. Die Fahrt durch kleine Dörfer, vorbei an schönen Küstenabschnitten und unter knorrigen Olivenbäumen durch ist wie immer wunderschön und entspannend.

 

Den ersten Halt machen wir an einem schönen Strand ganz in der Nähe, dem Liapades Strand. Baden fällt heute leider ins Wasser. Es ist extrem windig und grosse Wellen krachen an den Strand aber dafür sieht es super aus und wir lassen uns von dem tosenden Wasser fesseln. Nur die Strandbars fesseln uns nicht so sehr, dass wir hier ein Frühstück zu uns nehmen wollen, also fahren wir weiter.

 

Neben schönen Landschaften und engen Strassen treffen wir auch immer wieder auf ganze Schafherden, welche plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen, unser Auto umschliessen, zum Fenster reingucken und ebenso schnell wieder verschwinden. Immer wieder faszinierend. Auch andere Tiere begleiteten unsere Autofahrten regelmässig wie auch schon auf den anderen Inseln – die Schwalben. Wir nennen sie auch die Kamikaze Schwalben. Sie fliegen extrem tief und sehr knapp vor unserem Auto durch. Manche fliegen sogar wellenförmig  vor unserem Auto her, wie man es von Delfinen kennt, die vor einen Schiff herschwimmen. Crazy.

 

In einem der Dörfer entdecken wir ein hübsches Restaurant mit wunderbarer Sicht auf die Küste. Wir bestellen jede Menge leckeres griechisches Essen und warten ziemlich lange auf das Essen aber es lohnt sich und schmeckt sagenhaft. Aber gerade jetzt fängt es an zu regnen. Mist aber auch. Schnell alle Teller packen und rasch in Deckung gehen. Auch das Bier muss schnell gerettet werden, wollen wir doch nicht noch mehr Wasser drin als es sowieso schon hat.

 

Unser Futter ist sicher, ausser ein paar Tropfen ist nichts passiert. Glück gehabt. Aber auf dem Nachbartisch steht immer noch der volle Brotkorb und mit entsetzen müssen wir zusehen, wie das leckere, knusprige Brot von den dicken, fetten Regentropfen zermatscht wird. Schande aber auch.

 

Wir haben so viel gegessen und geschmaust, dass wir gar keine Energie mehr haben die Insel bis in den Süden zu erkunden. Also cruisen wir noch etwas weiter um auf eine Strasse zu stossen, die uns wieder Richtung Norden führt. Den zweimal die gleiche Strasse abfahren ist ja auch zu langweilig.

 

Chum las la Bambele

Der letzte ganze Tag in Griechenland. Wir vertreiben uns die Zeit mit unserer Homepage und gehen gegen Mittag noch ein letztes Mal richtig Essen – dies im Restaurant oben am Hügel wo wir schon einmal geschmaust haben. Wir schlagen uns mit griechischen Spezialitäten nochmals so richtig die Bäuche voll und schlemmen was das Zeug hält. Nachmittags bummeln wir durch die vielen Souvenirläden am Ende unseres Dorfes und geniessen die Sonne bei lecker Bierchen, Eiscreme und unserem geliebten Würfelspiel.

 

Am Morgen war es noch nass und kalt aber nun gegen Abend ist es wieder sonnig und warm, perfekt für ein letztes Bad im Meer. Von unserem Studio führt eine Treppe runter in die Bucht, von wo aus wir uns ins kalte Nass stürzen. Wir geniessen das Bad während unsere Nachbarn in Wolldecken eingewickelt auf ihrem Balkon sitzen und uns dabei beobachten. Zugegeben das Wasser ist extrem kalt aber wie immer ist es so schön, dass wir einfach nicht verzichten wollen und wir fühlen uns extrem stark und mutig, während wir plantschend unsere bibbernden Nachbarn auslachen.

 

Am Abend packen wir, schon bald zun letzten Mal, unser Hab und Gut in die grossen Rucksäcke für den morgigen Flug nach Mailand. Bei milden Sonnenstrahlen am Morgen futtern wir den letzten Topf griechischen Joghurt leer, kratzen das letzte bisschen Honig aus dem Glas und schauen wehmütig auf die schöne Bucht hinaus während wir die letzten Sonnenstrahlen gierig in uns aufsaugen. Tschüss Griechenland. Du warst ein würdiger Abschluss für unsere Weltreise – wir bezweifeln das Mailand das noch toppen kann.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    renate feller (Sonntag, 06 Oktober 2019 05:09)

    Oje,da kommen mir selber grad die tränen